Was du über den CO2e Fußabdruck wissen solltest

Der CO2e-Fußabdruck ist ein Ausdruck, dem man, wenn man sich mit Klimawandel und Klimaschutz beschäftigt, unweigerlich begegnet. Doch was beinhaltet der CO2e-Fußabdruck eigentlich? Und wie lässt er sich reduzieren?

Hingegen der gängigen Vorstellung, dass Kohlenstoffdioxid (CO2) der einzige Faktor ist, der zu einem beschleunigten Klimawandel führt, tragen auch andere Treibhausgase wie Methan oder Stickstoffoxide dazu bei. Daher wird auch der Begriff der CO2-Äquivalenten (CO2e) verwendet. Darunter versteht man die gesamte Klimawirkung aller durch einen Gegenstand oder eine Tätigkeit verursachten Treibhausgase, ausgedrückt in der Menge an Kohlendioxid, die über einen Zeitraum von 100 Jahren die gleiche Wirkung hätte.

Zentral ist bei der Bemessung des CO2e-Fußabdrucks die Berücksichtigung von direkten als auch indirekten Emissionen. Viele Kalkulationen beziehen sich hauptsächlich auf die Emissionen die direkt durch ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Tätigkeit verursacht werden. Beispielsweise umfasst der wahre CO2e-Fußabdruck des Autofahrens nicht nur die Emissionen, die aus dem Auspuff kommen, sondern auch alle Emissionen, die bei der Förderung, dem Transport, der Raffinierung des Öls zu Kraftstoff und dem Transport zur Tankstelle entstehen, sowie die erheblichen Emissionen, die bei der Herstellung und Wartung des Autos entstehen. Diese indirekten Emissionen müssen in eine ganzheitliche Berechnung des Fußabdrucks unbedingt einbezogen werden. Allerdings ist es sehr schwierig zu all diesen Faktoren korrekte, genaue Daten zu beziehen, daher werden häufig Schätzungen betrieben, die eine ungefähre Kennzahl für den CO2e-Fußabdruck eines Produktes liefern sollen.

Das Ausmaß des individuellen CO2e-Fußabdrucks ist natürlich je nach Lebensstil, Herkunftsort und Gesellschaft unterschiedlich, allerdings ergeben Studien für den durchschnittlichen Europäer einen Verbrauch von 13 Tonnen CO2e pro Jahr. Dagegen liegt der globale Fußabdruck bei nur 7 Tonnen pro Person im Jahr. Der Ausstoß von CO2e pro Person im Rahmen eines für die Umwelt verträglichen Lebensstils liegt Schätzungen zufolge bei ca. 5 Tonnen pro Jahr. Wir müssen unsere Emissionen also radikal reduzieren, um dieses Ziel zu erreichen. Daher haben wir ein paar must-know Tipps für dich, wie du das am besten umsetzt.

 

10 Tipps, wie du deinen CO2e-Fußabdruck senken kannst

 

1. Ernährung

 

Tierische Lebensmittel verursachen deutlich mehr Kohlenstoffemissionen als pflanzliche Lebensmittel. Eine pflanzliche Ernährung könnte deinen CO2e-Fußabdruck um bis zu 25-50% verringern. Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel wird nie gegessen und weggeworfen. Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, plane deine Mahlzeiten, spende deine Reste und versuche es mit Foodsharing. Versuche außerdem immer lokale und saisonale Produkte zukaufen. Wusstest du, dass der Transport, die Verpackung und die Verarbeitung von Lebensmitteln 6% der CO2e-Emissionen in wohlhabenden Ländern ausmachen? Bei lokalen und saisonalen Lebensmitteln sind die Emissionen aufgrund der kürzeren Transportwege viel geringer.

 

2. Mobilität

 

Fahre weniger mit dem Auto. Gehe zu Fuß, nehme die öffentlichen Verkehrsmittel oder fahre mit dem Fahrrad zu deinem Ziel, wenn möglich. Wenn du ein neues Auto kaufen willst, solltest du ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug in Betracht ziehen. 

 

3. Energie

 

Wechsle zu einem grünen Energieversorger. Grüne Energie ist wichtig für die Umwelt, da sie die negativen Auswirkungen fossiler Brennstoffe durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt. Schalte auch das Licht aus, wenn du den Raum verlässt, und ziehe den Stecker deiner elektronischen Geräte aus der Steckdose, wenn sie nicht benutzt werden.

 

4. Klamotten

 

Kaufe keine Fast Fashion. Fast Fashion und ihre Lieferkette sind nach der Lebensmittel- und der Bauindustrie die drittgrößte umweltverschmutzende Branche. Sie verursacht 10% der weltweiten Treibhausgasemissionen und setzt jährlich 1,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxidfrei. Kaufe stattdessen gebrauchte oder upgecycelte Kleidung.

 

5. Konsum

 

Wusstest du, dass Konsumentscheidungen über 65% deiner CO2e Emissionen verursachen? Daher ist es hier besonders wichtig nachhaltige Entscheidungen zutreffen. Aber wie? Der erste Schritt ist erstmal weniger und bewusster zu konsumieren. Unter einen bewussteren Konsum fällt zum Beispiel auch klimafreundliche Produkte zu konsumieren und bei nachhaltigen Marken einzukaufen. Die unvermeidbaren CO2e Emissionen, die du bei deinem alltäglichen Konsum verbrauchst, kannst du darüber hinaus am besten noch durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten kompensieren.

 

6. Plastik

 

Auch die Herstellung und Entsorgung von Plastik trägt zum Klimawandel bei. Um Plastik beim Einkaufen zu vermeiden, bringe deine eigene Einkaufstasche mit und versuche, Plastikverpackungen zu vermeiden, wann immer du kannst. Statt Einwegplastik nimm doch am besten dein eigenes Geschirr und Besteck zum nächsten Picknick mit.

7. Teilen

 

Es bringt nicht nur Spaß, sondern ist auch gut für die Umwelt! Indem du Gebrauchsgegenstände des Alltags teilst, kannst du deine CO2e Emissionen bedeutsam verringern. Du kannst beispielsweise einen Kleidertausch mit deinen Freund:innen organisieren, dich bei online Tauschbörsen umschauen oder auch deine Mobilität durch Carsharing nachhaltiger gestalten.

 

8. Kreislaufwirtschaften

 

Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfgesellschaft bedeutet Klimaschutz statt Klimawandel! Bevor du etwas wegschmeißt, versuche es zunächst zu reparieren oder Einzelteile eines Gegenstandes wiederzuverwerten. Du kannst beispielsweise deine alten Klamotten zu einem ganz neuen Teil upcyclen, gelesene Zeitungen als Geschenkpapier verwenden oder aus alten Holzkisten ein Regal bauen etc.  

 

9. Grün investieren

 

Lege dein Geld in ökologische und nachhaltige Geldanlagen an und unterstütze somit nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz im Unternehmenssektor. Dank nachhaltigen Investments kannst du nicht nur positiven Wandel finanzieren, sondern wirst auch langfristig dazu beitragen, dass die Finanz- und Wirtschaftswelt grüner wird.

  

10. Negative Emissionen

 

Durch die Kompensation von Kohlenstoff kannst du dazu beitragen, dass deine CO2e Emissionen, die andernfalls in die Atmosphäre freigesetzt worden wäre, aufgefangen oder vernichtet werden. Durch Kompensationen wird auch die nachhaltige Entwicklung gefördert und die Nutzung erneuerbarer Energien verstärkt.

 

Literaturverzeichnis

Mike Berners-Lee (2022). How Bad are Bananas? The Carbon Footprint of Everything