Klimawandel und die Bedeutung der Ozeane

Meeresökosysteme spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Treibhausgase aus der Atmosphäre zu entfernen, die Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit von Menschen und Natur gegen den Klimawandel zu verbessern.

Warum wir die Ozeane dringend brauchen

Schätzungen zufolge existieren in den Ozeanen rund 2.150.000 verschiedene Lebewesen sowie 16.600 Pflanzenarten. Damit bieten die Ozeane Lebensraum für unzählige Lebewesen und schützen die Biodiversität. Außerdem bilden sie mit ihrer Artenvielfalt die Hauptnahrungsquelle für eine Milliarde Menschen. Ozeane sind also als Lebensraum, Versorgungsmöglichkeit und Beschützer der Biodiversität unabdingbar. Doch wusstest du, dass sie auch eine riesige Rolle bei der Absorption menschengemachter Treibhausgase spielen und somit die Konsequenzen der Erderwärmung maßgeblich vermindern?

Ozeane sind riesige natürliche Kohlenstoffsenken und tragen maßgeblich dazu bei, dass wir die Effekte des Klimawandels nicht bereits viel drastischer zu spüren bekommen. Wusstest du, dass Ozeane insgesamt 30% der globalen anthropogenen CO2-Emissionen absorbieren? Bei zunehmender Konzentration von CO2 in der Atmosphäre, wird mehr davon im Oberflächenwasser der Ozeane absorbiert. Durch die Ozeanzirkulation sinkt das absorbierte CO2 in tiefere Gewässer, wo es über hunderte von Jahren eingeschlossen bleibt. Ozeane speichern damit 50-mal mehr Kohlendioxid als die Atmosphäre und liefern dazu auch noch lebensnotwendigen Sauerstoff.

Maritime Lebewesen und Pflanzen spielen bei der CO2-Absorption ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch biologische Prozesse tragen zum Beispiel Wale einen entscheidenden Beitrag in der Stabilisierung unseres Klimas bei. Ihre Ausscheidungen unterstützen das Wachstum von CO2-absorbierendem Phytoplankton und auch sie selbst bewahren in ihren Körpern eine Menge CO2. Auch Mangrovenwälder oder Seegraswiesen können große Mengen an CO2 absorbieren und reduzieren somit die Konsequenzen des Klimawandels.

Die CO2-speichernde Biomasse der Ozeane, sinkt nach ihrem Absterben oder in Form von Ausscheidungen auf den Meeresgrund und kann im Boden über mehrere Jahrtausende gespeichert werden.

Zudem wäre ohne die Ozeane auch die Wärme, die durch den menschengemachten Treibhauseffekt entsteht, schon jetzt unaushaltbar. Denn Ozeane absorbieren ganze 93,4% der Wärme, die durch den menschlichen CO2-Ausstoß entsteht. Forschungen zufolge hat sich die Wärmeabsorption der Ozeane in den letzten 18 Jahren sogar verdoppelt. Dieser Anstieg ist auf die überschüssige Wärme zurückzuführen, die durch die gestiegenen Treibhausgase entstanden ist und dann von den Meeren absorbiert wurde. Die Ozeane bieten als einen großen Puffer, was die direkten Auswirkungen des Klimawandels betrifft und geben uns noch etwas mehr Zeit, um unsere Emissionen schnellstmöglich zu verringern.

Allerdings hat die Erwärmung der Ozeane und erhöhte CO2-Konzentration des Meereswassers auch weitreichende Folgen, die die marinen Ökosysteme gefährden und sogar in sogenannten Kipppunkten resultieren können. Es gilt die Ozeane also zu schützen und menschengemachte Gefährdungen, wie den anthropogenen Klimawandel, die Plastikverschmutzung und die Überfischung schnellstmöglich aufzuhalten.

Literaturverzeichnis

Statista (2011). Geschätzte Artenvielfalt in den Ozeanen. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192093/umfrage/geschaetzte-artenvielfalt-in-den-ozeanen/

Statista (2022). Verteilung der Wärme, die durch den menschlichen CO2-Ausstoß entsteht. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1194530/umfrage/treibhauseffekt-verteilung-der-waerme-auf-der-erde/

GEF (2022). Business unusual: How „fish carbon” stabilizes our climate. https://www.thegef.org/newsroom/news/business-unusual-how-fish-carbon-stabilizes-our-climate

WEF (2020). The oceans are absorbing more carbon than previously thought. https://www.weforum.org/agenda/2020/10/oceans-absorb-carbon-seas-climate-change-environment-water-co2/

Bayrischer Rundfunk (2021). Ozeane werden warm und sauer. https://www.br.de/klimawandel/ozeane-weltmeere-erwaermung-co2-klimawandel-100.html